Schlagwort-Archiv: New York Comic Con

Reisetagebuch: New York City 2014 (Teil 5)

Vom 6.-12. Oktober 2014 war ich mit der lieben Sarah in New York City und auf der New York Comic Con. Hier ist Teil 5 des Reisebericht … Hier geht’s zu Teil 1.

Reisetagebuch New York City 2014 – Teil 5: The High Line & Hero Initiative Party

Auch am 10. Oktober gingen Sarah und ich kurz auf die New York Comic Con (siehe Teil 4) und sahen uns dann in der näheren Umgebung um. Hier hatten wir vor allem The High Line als Ziel, stillgelegte Hochbahngleise, die zu einem hübschen Flanierpark ausgebaut worden sind. Das Wetter war toll und es tat gut, im Großstadtdschungel Blumen, Bäume und unzählige Vögel zu beobachten. The High Line ist ein toller Platz, um im südlichen Manhattan ein bisschen runterzukommen. Das viele Laufen der letzten Tage ging indes nicht spurlos an uns vorbei und so beschlossen wir, unsere Füße an diesem Tag nicht übermäßig zu strapazieren – schließlich wollten wir am Abend auf der Hero Initiative Party fit sein und am Samstag noch nach Brooklyn. So gingen wir nach unserem High-Line-Bummel von Chelsea zurück nach Hell’s Kitchen. Dabei passierten wir ein Law & Order-Filmset und kehrten zur Stärkung in ein thailändisches Restaurant ein, das zwar lecker war, aber nicht an unseren Ausflug nach Chinatown heranreichte.

Die Party war interessant und abwechslungsreich, bestätigte aber auch ein paar nicht so schöne Klischees. Pro: Es war eine Spendenfeier mit lauschiger Pub-Atmosphäre und urbanem Charme. Der Eintritt floss in den Spendentopf der Initiative, dafür nahm man automatisch an einer Verlosung teil, bei der man signierte Hefte und Poster gewinnen konnte. Die Feier war in jeder Hinsicht liebevoll organisiert: Es gab eine Cocktailkarte, auf der die Drinks an die Werke der Ehrengäste angelehnt waren. Und die Nachos, die wir uns zu unseren Getränken bestellten, waren ungelogen die besten, die ich bis dato hatte. Oh, und ich hab bei der Verlosung sogar was gewonnen! Contra: Sarah und ich saßen keine zwei Minuten an unserem Tisch, bevor wir das erste Mal recht plump angebaggert wurden. Insgesamt hatten wir aber sehr, sehr nette und lustige Gespräche – und der Times Square bei Nacht ist eine Wucht (siehe Teil 3)!

Hier geht’s zu Teil 6 (sobald verfügbar).

Weitere Bilder gibt’s auch bei Instagram und twitter unter dem Hashtag #nerdgirlsinNYC – und hier ist noch mal der megamagisch-Podcast dazu (Vorsicht Spoilers!).

Reisetagebuch: New York City 2014 (Teil 4)

Vom 6.-12. Oktober 2014 war ich mit der lieben Sarah in New York City und auf der New York Comic Con. Hier ist Teil 4 des Reisebericht … Hier geht’s zu Teil 1.

Reisetagebuch New York City 2014 – Teil 4: New York Comic Con

Anfahrt & Eintritt

Am Donnerstag war es dann endlich so weit: New York Comic Con 2014. Auf dem Weg zum Javits Center frühstückten wir noch in einem süßen Coffee Shop mit noch süßeren Backwaren (ausnahmsweise kein Starbucks). Schon auf dem Weg zur Messe fiel uns das vorbildliche Crowdcontrolling auf. Für alle, die noch nie in Manhattan waren: Dort herrscht Schachbrettmuster, was uns Kölnerinnen sehr vertraut ist. An den großen Straßen zur Messe standen Helfer, die die Besucherströme bei erhöhtem Aufkommen auf die Parallelstraßen umlenkten, so kamen wir nicht ins Stocken und trotz des bemerkenswerten Besucherandrangs fühlten wir uns nicht zu eingeengt. Pluspunkt: Dank des Stroms hätten wir das Messecenter ohnehin nicht verfehlen können. Auch unsere Onlinetickets einzulösen, war dank zahlreicher Kassen kein Problem und die Geschwindigkeit, mit der an der Schleuse unsere Taschen kontrolliert wurden, war bemerkenswert. Die Security-Maßnahmen waren auch alle vollkommen angemessen für die Form der Veranstaltung und das Personal war sehr, sehr freundlich.

Die Con ging vom 9.-12. Oktober. Sarah und ich waren an allen vier Tagen dort, aber nie ganztägig. Ich fasse hier die Messe zusammen und widme die anderen Einträge dann unserem Programm jenseits des Javits Centers.

Javits Center, Orientierung, Artist Alley & Autogrammjagd

Mein Ziel für den Donnerstag: Orientierung finden, ein Shikishi von Takeshi Obata bekommen und Signierzeiten diverser US-amerikanischer Zeichner auf meiner Liste sondieren.

Sich zu orientieren war gar nicht so schwierig, einzelne Stände zu finden schon eher. Vom Eingang aus führte ein Hauptkorridor nach links und rechts, hier fanden sich einzelne Stände von Händlern und Aktionsflächen. Vom Korridor (übrigens zweistöckig) gingen immer wieder Eingänge in die Haupthalle ab, in der ein Meer aus Publishern und Händlern lag. Ein Stockwerk tiefer waren Photo-Ops und Signierbereiche sowie Panel- und Vorführräume verortet. Von der Kasse aus nach rechts ging es in einen kleinen, bespielten Außenbereich und weiter durch in die große Artist-Alley-Halle. Hier saßen Independent- und Großverlagskünstler sowie Zeichentrickmacher Tisch an Tisch und boten ihre Ware an, darunter Comics und Originalseiten. Leider gab es auch hier immer wieder reine Fanart-Booths, die sich nach meinem Gefühl jenseits der Fair-Use-Doctrine bewegten. Neben den Verkaufstischen gab es auch in der Artist Alley einen Signierbereich, in dem das ganze Wochenende namhafte Zeichner der bekannten Verlage anzutreffen waren. Die Independent- und Großverlagskünstler auf diese Weise gemeinsam zu präsentieren (wie hierzulande haben auch viele Großverlagskünstler in den USA Tische in den Zeichnermeilen).

Übrigens: Bei den großen US-Conventions kosten die Kleinverlags- und Künstlertische auch mal gerne gleich $400-500 und mehr. Ein halber Tisch (rund 20 cm) auf der San Diego Comic Con 2016 schlägt beispielsweise mit $350 zu Buche (exklusive Frühbucherrabatte).

Was uns insgesamt auf der Messe sofort auffiel: Film und TV gewinnen auch auf dieser US-Comic-Con stark an Bedeutung und so stachen überall große Werbebanner für Serien wie z. B. Contantine ins Auge. Auch dass DC vor allem mit einem Batman-Multi-Media-Jubiläumsstand vor Ort und DC-Comics-Neuerscheinungen auf der Messe eher schwer zu bekommen waren, spricht für sich (war aber wohl auch dem Umzug des Verlags an die Westküste geschuldet).

Über die Panels und Vorführungen sowie die kostenpflichtigen Photo-Ops und Signieraktionen kann ich leider nicht viel schreiben, da wir keine dieser Veranstaltungen besuchten – angesichts der langen Anstehzeiten, die man gerade für die Panels und Screenings in Kauf nehmen muss, war uns unsere Zeit dann doch zu knapp bemessen. Wir setzten andere Prioritäten. 🙂

Autogrammjagd

Für die Signatur von Takeshi Obata (u. a. Death Note) musste ich mich natürlich anstellen und wie auch in Deutschland üblich lief alles über eine Nummernvergabe am Vormittag. Ich war eher zufällig etwa eine halbe Stunde vor der angekündigten Vergabe am Stand und ich war nicht alleine. Im Vergleich zu den chaotischen, gefährlichen Zuständen auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse, auf der Obata-sensei ebenfalls signierte, lief es in New York jedoch alles recht entspannt ab: Natürlich hatte sich auch lange vor der Vergabe eine Traube rund um den Viz-Media-Stand gebildet und alle warteten darauf, dass eine offizielle Schlange aufgemacht wurde. Irgendwann verriet ein Mitarbeiter, dass er die Schlange eröffnen würde. Daraufhin bewegte sich die gesamte Traube wartender Congäste immer mit dem Mitarbeiter um den Stand herum, bis er schließlich die Schlange aufmachte. Ich stand irgendwie ganz gut, bekam als etwa zwanzigste Besucherin mein Ticket und musste ein paar Stunden später dann zu einem kleinen Nebenraum, in dem die Shikishis signiert und ausgegeben wurden. Dort wurde man immer in Gruppen à rund fünf Personen in den Raum gelassen. Auch hierbei viel auf: In den USA ist man das Schlangestehen gewohnt und die Besucher blieben insgesamt entspannt. Ich verließ die Messe am Donnerstagabend mit einem signierten Shikishi und Poster – yeah!

Außerdem wollten wir gerne ein Autogramm des Gotham Academy-Teams und das sollte ein schwierigeres Unterfangen sein als die Obata-Prozedur. Zuerst fanden wir das Heft nirgends auf der Messe (Stichwort: mangelhafte DC-Novitätenverfügbarkeit), sondern erst in einem coolen Comic-Shop in Brooklyn und dann verpassten wir die Signierstunde. Zum Glück trafen wir die Künstler letztendlich zufällig in der Artist Alley und konnten schließlich doch signierte Hefte mit nach Hause nehmen!

Im Ergebnis sprachen wir auf der New York Comic Con 2014 mit vielen Publishern und Künstlern, schnupperten Conventionluft, kauften Comics und fühlten uns unheimlich inspiriert – wie das bei Conventions eben so ist. Über unseren Abend auf der Hero-Initiative-Spenden-Party lest ihr demnächst mehr.

NYCC auf einen Blick:

Pro:
– Super Lenkung der Besucherströme
– Sehr freundliche Mitarbeiter
– Grundsätzlich übersichtliche Location
– Inspirierende Atmosphäre
– Die Idee, Großverlagszeichner in einem Signierbereich in der Artist Alley signieren zu lassen, vereint die Facetten der Szene in einem Raum
– Insgesamt entspannte Stimmung trotz Schlangen und des hohem Besucherandrangs
– Schöne Veranstaltungen in ganze NYC rund um die Messe

Contra:
– Auch auf der NYCC spielen Movies und TV eine immer größere Rolle – zu Lasten der Comic-Präsenz (wer sich indes auch für Movies und TV-Serien interessiert, für den mag das ein Vorteil sein)
– Marvel- und DC-Auftritte dementsprechend eher enttäuschend
– Novitäten teilweise nicht vorhanden

Hier geht’s zu Teil 5.

Weitere Bilder gibt’s auch bei Instagram und twitter unter dem Hashtag #nerdgirlsinNYC – und hier ist noch mal der megamagisch-Podcast dazu (Vorsicht Spoilers!).

Reisetagebuch: New York City 2014 (Teil 3)

Vom 6.-12. Oktober 2014 war ich mit der lieben Sarah in New York City und auf der New York Comic Con. Hier ist Teil 3 des Reisebericht … Hier geht’s zu Teil 1.

Reisetagebuch New York City 2014 – Teil 3: MAC, Musical & More

Am Tag vor der Comic Con hatten wir uns vor allem die Gegend um den Time Square vorgenommen und waren mit einem befreundeten US-Zeichner zum Essen und zu einer Musical-Vorstellung verabredet. Wir frühstückten direkt auf dem Times Square (ja, natürlich mit Starbucks-Hazelnut-Latte und -Chai-Latte) und beobachteten den Trubel bei strahlendem Sonnenschein zwischen zuckenden Reklamewänden und emsigen Bauarbeiten. Neben ein paar Samba-Tänzerinnen im C-String und mäßig überklebten Brustwarzen (aber dazu Bodypainting im US-Flaggenmuster!), fielen uns auch einige weniger zufrieden wirkende Walking Acts auf (siehe Fotos – jetzt muss ich an Titus aus Unbreakable Kimmy Schmidt denken). Anschließend taten wir etwas für das Kind in uns und besuchten den angrenzenden Toys’R’Us. Wow!

Tipp: Musicals in New York City
Natürlich kann man sich die Tickets im Vorfeld besorgen, aber wenn ihr ein bisschen flexibel bezüglich der Stücke (Musical, Theater, etc.) seid, dann geht am selben Tag zu einem TKTS Discount Booth – zum Beispiel am Times Square. Hier bekommt ihr viele Tickets zu Broadway- und Off-Broadway-Stücken für 20%-50% des Originalpreises. Wichtig ist, dass ihr am besten schon vor dem Verkaufsstart (checkt den Link) da seid, da sich meist schon vorher beachtliche Schlangen bilden. Bei uns wurden es nachher sehr gute Platzkarten für Leonard Bernsteins Klassiker On the Town.

MAC & Disney Store
Nachdem wir die Tickets in der Tasche hatten, setzten wir unser Shopping-Programm fort und zwar bei MAC. Die MAC-Filiale am Time Square hatte (mega-stylisch!) The Rocky Horror Picture Show als Leitthema. Das hieß, dass die gesamte Belegschaft (männlich und weiblich) in den entsprechenden Showkostümen gekleidet war und Frank N. Further und Co. dabei fast blass aussehen ließen. MAC ist in den USA (wie so vieles) übrigens vergleichsweise günstig und so deckten wir uns gleich mit Make-up-Produkten ein. Ich vertrage vor allem die Primer von MAC ziemlich gut und war mit $80 voll ausgestattet. Dafür haben wir uns dann im benachbarten Disney Store aufs Gucken beschränkt (Ich verspürte zwar das Bedürfnis, ein Disney-Prinzessinnenkleid zu kaufen, aber ich hätte beim besten Willen nicht reingepasst).

Themenrestaurant und Musical
Was wäre unser New-York-Besuch ohne ein Themenrestaurant? Unsere Wahl fiel auf das Jekyll and Hyde’s Chamber of Horrors, nur wenige Meter vom Time Square entfernt zwischen 7th und 8th Avenue in der West 44th Street. Wer keine Themenrestaurants kennt, kann es sich wie eine interaktive Theaterkulisse mit Restauranttischen vorstellen: Über eine Treppe geht es hinab in einen großen, düsteren, verwinkelten Hauptsaal (keine Fenster, Klimaanlage), der mit ordentlich Kitsch ins (Fiktiv-)Viktorianische Zeitalter entführt. Es gibt sprechende Animatronics, die sich in regelmäßigen Abständen bewegen, und Schauspieler, die zwischen den Tischen hin und her wandern um in ihrer Rolle mit den Gästen zu interagieren. Das Essen war entsprechend natürlich verhältnismäßig teuer, aber die Qualität war gut und die Atmosphäre im Lokal ist ihr Geld wert. Unser Tipp: Am besten gleich am Anfang gucken, dass ihr wisst, wo die Toilette ist, denn wenn die Blase erst einmal drückt, macht es nur halb so viel Spaß, den versteckten Durchgang zu suchen. Leider war unser Aufenthalt wegen des nachfolgenden Musical-Termins doch sehr begrenzt – irgendwann müssen wir das Lokal noch mal genauer inspizieren (man kann wohl noch viel mehr entdecken).

Die On the Town-Vorführung war auch ganz wunderbar! Was uns fremd vorkam, war das Prozedere zu Beginn: Im Publikum saß wohl ein Kriegsveteran, der Geburtstag hatte, also spielte das Orchester nach einer kurzen Ankündigung spontan The StarSpangled Banner – und zwar vor einem Saal, der sich komplett erhoben hatte, mitsang und mitunter auch salutierte. Für uns war das einer der markantesten Culture-Clashes während unserer Reise.

New York, New York
Nach dem Musical-Besuch gingen wir noch auf einen Cocktail in eine Hotelbar und lauschten stilecht dem Auftritt eines Frank-Sinatra-Cover-Sängers. Auf dem Rückweg zu unserem AirBnB-Schlafplatz kamen wir noch mal am Times Square vorbei, dessen Reklameleuchtkaft nachts natürlich noch um ein vielfaches imposanter wirkt. Wir freuten uns auf die Comic Con … mehr dazu im nächsten Teil!

Hier geht’s zu Teil 4.

Weitere Bilder gibt’s auch bei Instagram und twitter unter dem Hashtag #nerdgirlsinNYC – und hier ist noch mal der megamagisch-Podcast dazu (Vorsicht Spoilers!).